So kommst du als junge Person zu Wort in Meetings

Sicherlich kennst du diese Situation: Das Meeting beginnt und du gehörst zu den Jüngsten im Raum. Immer wieder hast du gute Ideen und bist kurz davor, diese einzubringen. Doch dann übernehmen deine Gedanken das Zepter:

  • Was, wenn meine Idee niemanden interessiert?
  • Was, wenn die Idee schon Mal besprochen und dann verworfen worden ist?
  • Sicherlich kennen die anderen Teilnehmer die Thematik besser, denn die sind ja älter und erfahrener als ich!

Am Ende des Meetings läufst du aus dem Raum, konntest nichts zur Besprechung beitragen und bist frustriert.
Gerade junge Leute werden immer wieder Opfer dieser Gedankenspirale und verkaufen sich daher unter ihrem Wert. Was kann man dagegen tun?

Tipp 1: Bereite dich vor

Es kann sehr unangenehm sein, wenn deine Arbeitskollegen mitbekommen, dass du keinen blassen Schimmer vom Thema hast. Du kommunizierst damit nicht nur, dass du dich ungenügend auf das Meeting vorbereitet hast. Du gibst ausserdem zum Ausdruck, dass dir die Vorbereitung schlichtweg nicht wert war.

Nimm dir also zuvor die Zeit und lese dich in die traktandierten Themen ein. Kurzfristig mag dies ein Mehraufwand sein. Längerfristig zahlt sich die Vorbereitung auf Meetings aber aus: Deine Kolleginnen und Kollegen werden es schätzen, dass du dich in der Thematik auskennst und werden dir mehr Vertrauen schenken. Ausserdem lernst du dein Unternehmen sehr schnell viel besser kennen, da du dich selbst damit auseinandersetzt.

Während der Vorbereitung zu einem Meeting kannst du unter anderem folgende Punkte überlegen:

  • Welche Interessen zum besprochenen Thema bringen die einzelnen Sitzungsteilnehmer an den Tisch?
  • Welche Fragen könnten sich aus der Diskussion ergeben und kenne ich mögliche Antworten darauf bereits?
  • Welche möglichen Entscheidungen könnten aufgrund der Diskussion fällig werden?
  • Was sind die Auswirkungen dieses Meetings auf meine persönliche Arbeit? Welche Antworten muss ich unbedingt haben am Ende des Meetings, um mit meiner Arbeit fortfahren zu können?

Nur durch eine gute Vorbereitung wirst du nicht bedeutend mehr zu Wort kommen während Meetings. Doch wir können sie als Grundprinzip betrachten, das du befolgen solltest.

Tipp 2: Sei proaktiv

Für eine Unternehmung oder ein Team kann es sehr anstrengend, wenn nicht sogar gefährlich sein, andauernd nur aus einer defensiven Position heraus reagieren zu müssen. Damit ist gemeint, dass man potenzielle Marktveränderungen nicht voraussieht oder Chancen nicht nutzt, sondern nur dann reagiert, wenn es eigentlich bereits zu spät ist.

Die Thematik «agieren vs. reagieren» findet auf sämtlichen Ebenen eines Unternehmens statt und somit auch in deinem Team. Um in Meetings mehr gehört zu werden, solltest du agieren statt reagieren: Gehe als erste oder erster einen Schritt, starte eine Initiative und bringe kommende Fragestellungen frühzeitig auf den Tisch – nicht wenn es zu spät ist und man aus der Defensive heraus Kurzschlusshandlungen treffen muss.
Dieses proaktive Vorgehen erlaubt dir zum Vordenker und Leader für gewisse Themen zu werden. Damit erhältst du automatisch mehr Gewicht in Diskussionen.

Tipp 3: Sei konstruktiv

Sicherlich kennst du auch solche Arbeitskollegen, welche leidenschaftlich gerne nörgeln und selten einen konstruktiven Einwand bringen. Auch wenn die Inhalte allenfalls sachlich korrekt sind: Dieses Verhalten nervt und bringt andere Sitzungsteilnehmer dazu, gar nicht mehr zuzuhören. Versuche es anders zu machen!

Wie kannst du trotzdem Kritik anbringen, ohne gleich als Nörgler angesehen zu werden? Eine gute Strategie ist, mit jeder Kritik gleich den Lösungsvorschlag mitzuliefern oder zumindest einen nächsten Schritt zur Lösungsfindung vorzuschlagen. So trittst du als mitdenkende und konstruktive Arbeitskraft auf. Du schlägst also zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits gelingt es dir, auf einen wunden Punkt hinzuweisen und hast damit den ersten Schritt zur Problembeseitigung getan. Andererseits nutzt du die Gelegenheit, etwas Konstruktives und Positives zum Meeting beizutragen, was die anderen Teilnehmer schätzen werden.

Tipp 4: Mache deine Idee akzeptierbarer

Es gibt simple Strategien, wie die Akzeptanz deiner Idee erhöhen kannst, während dem du sie präsentierst. Ein Beispiel wäre, dass du den Teilnehmenden der Sitzung etwas mehr Kontext vermittelst. Einige Beispiele, wie das ablaufen könnte:

  • «Allenfalls habe ich das noch nicht mitbekommen, da ich erst seit Monatsbeginn im Unternehmen arbeite. Aber haben wir folgendes Argument bereits besprochen: …?»
  • «Ich bin sicher, dass du, Michaela, als Expertin zu diesem Thema mehr weisst. Trotzdem finde ich als Aussenstehender, dass…»
  • «Für mich gehört Thema Y eindeutig zum Thema X, weil dasselbe Team daran arbeitet. Könnten wir daher auch noch dafür eine Entscheidung fällen?»

Du wirst staunen, wie hilfreich diese kleinen Zusatzsätze sind und wie viel du zu einer Diskussion beitragen kannst.

 

Überlege dir persönlich und bezogen auf dein Unternehmen, wie du in Meetings öfter zu Wort zu kommen kannst. Sei mutig und versuche es! Du wirst nur dadurch herausfinden, was funktioniert und was nicht.

 


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